Ziele


Labyrinth,
Chartre

Ziel oder Zweck eines Jesuitenkollegs mit allen pädagogischen Teilbereichen ist, "den Seelen zu helfen" (iuvare animas oder cura personalis), wie es Ignatius v. Loyola formuliert. Neben der Vermittlung einer guten schulischen Bildung heißt dies auch, junge Menschen zu persönlicher Urteilsfähigkeit sowie zum Dienst für Glaube und Gerechtigkeit, den Aufbau einer Kultur der Menschlichkeit und zum Dialog mit den Kulturen und Religionen zu befähigen. Ganz in diesem Sinne sieht sich die Seelsorge den Kriterien der Jesuitischen bzw. Ignatianischen Pädagogik verpflichtet. Demnach will die Seelsorge am Jesuitenkolleg zusammen mit den Verantwortungsträgerinnen und -trägern des Kollegs, jungen Menschen den Rahmen zur Verfügung stellen,

 

in dem der / die Einzelne sich in seiner / ihrer Würde als Mensch erfährt,

über die Bedeutung, der eigenen Einsichten und Erfahrungen zu reflektieren,

die Frage der Gerechtigkeit täglich neu zu stellen und zu leben,

die Frage nach Gott wach und lebendig zu halten.

 

Dem Kolleg (den einzelnen Teilbereichen, Klassen, der Gruppe von GONZAGAprep, anderen Gruppierungen, einzelnen Schülerinnen und Schülern, Pädagog(innen) sowie nicht zuletzt den Eltern) steht hierzu u.a. die Kollegsseelsorge zur Verfügung. Die Angebote sind allen am Kollegsleben Beteiligten zugänglich, gleich welcher Herkunft, Konfession oder Religion. Sofern es sich nicht um Schulveranstaltungen handelt, ist die Teilnahme an den verschiedenen Angeboten prinzipiell freiwillig. Diskretion gehört zu den unverzichtbaren Bestandteilen der Seelsorge.

 

Seelsorge - cura personalis

Der Ursprung liegt in der Sendung der Gesellschaft Jesu:  „Den Seelen helfen“ (oder "cura personalis") ist das zentrale Anliegen des Ordens. (Ignatius von Loyola)

 

Ignatianische Pädagogik und Cura Personalis (Seelsorge)

Die Seelsorge am Aloisiuskolleg versteht sich nicht primär als eine Institution. Sie ist nicht Aufgabe eines oder weniger Seelsorger, sondern eine zentrale Dimension unseres pädagogischen Handelns, verankert im jesuitischen Profil unseres Kollegs.

 

Der Ursprung liegt in der Sendung der Gesellschaft Jesu:  „Den Seelen helfen“ (oder "cura personalis") ist das zentrale Anliegen des Ordens. (Ignatius von Loyola)

Den Seelen helfen bedeutet lebensnahe Verkündigung: Die Schulseelsorge ermöglicht Schüler(innen), ihre ureigene Würde wahrzunehmen und ihre Verantwortung als „Menschen für andere“ zu entdecken. Zur Seelsorge gehört die Einführung in die Stille, in die Botschaft des Evangeliums, in das Beten in Worten und im Gesang und die gottesdienstliche Liturgie. Die Seelsorge am Jesuitenkolleg will ein Instrument zur Unterscheidung der Geister in Entscheidungssituationen und zur kritischen Reflexion und Orientierung in Fragen der Weltanschauung vermitteln. Orte der Verkündigung sind am Kolleg:

• die wöchentlichen katechetischen Einführungsgottesdienste in der fünften und sechsten Klasse und

• in der Mittelstufe die Gottesdienste im Jahreskreis,

• Feiern der sakramentalen Versöhnung oder

• die Besinnungstage in der Klasse 9, in der Klasse 11 und Ignatianische Exerzitien oder andere geeignete Formen für Abiturient(innen), die Gottesdienst und Reflexion der sozialen Verantwortung eines Christen verbinden.

 

Den Seelen helfen bedeutet eine ehrfürchtige Haltung: Die Liebe, die sich mehr in den Taten als in den Worten zeigt, kommt hier zum Ausdruck. Es handelt sich also um eine Haltung der achtsamen Würdigung und des unbedingten Respektes im Lehren und in der Erziehung, die sich in der Sorge um die anvertrauten Schüler(innen) zeigt. Deshalb gehört die Beratung und die konkrete Unterstützung von Schülerinnen und Schülern in allen Lebenslagen ebenso zur Seelsorge wie die Verkündigung. An dieser Sorge haben alle erwachsenen Mitarbeiter am Kolleg aktiven Anteil: Lehrende, Erziehende, Sekretärinnen … Um die Pädagog(innen) in einem dichten Unterrichtsalltag zu entlasten und um sicherzustellen, dass Schüler jederzeit Hilfe erhalten können, gibt es am Aloisiuskolleg ein Team, dem im Besonderen diese Dimension unseres pädagogischen Handelns anvertraut ist: Der sogenannten "Hilfekonferenz" (Kollegsseelsorge, Beratung, Therapie, Prävention, Vertreter der Kollegsbereiche).

 

Den Seelen helfen bedeutet ganzheitliche Förderung: Es geht natürlich in unserer Pädagogik um die intellektuelle Bildung der Schüler. Es geht aber auch um deren leibliches und seelisches Wohl als Kinder und Jugendliche sowie um die Förderung ihres Wachstums als Person, um ihre ethische Bildung und um eine Verkündigung, die eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Glauben und die Entdeckung der je eigenen Berufung ermöglicht. Die Seelsorge am Kolleg fördert Schritte der Versöhnung, des Neuanfangs und der Solidarität.

 

Den Seelen helfen bedeutet eine systemische Vorgehensweise: Die Würde und das Wohl der Schülerinnen bzw. Schüler  kann nur geschützt werden und eine achtsame Kommunikationskultur kann nur etabliert werden, wenn die verschiedenen Ebenen pädagogischen und institutionellen Handelns abgestimmt zusammenarbeiten. Deshalb ist die Seelsorge am Aloisiuskolleg ein Bereich, in dem seelsorgliche und pädagogische Beratung, Schulpsychologie, Therapie und Prävention aufeinander bezogen sind. Und sie ist über das Amt des Kollegsseelsorgers in Leitungsebenen des Kollegs vernetzt, damit Themen und Fragen des seelsorglichen Handelns im Leitungshandeln der Schule angemessen repräsentiert sind. Die fachlich qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Seelsorge, Beratung, Schulpsychologie und Prävention unterstützen die Arbeit der Leitung an den Strukturen und Rahmenbedingungen und bei der Schulung und Fortbildung des pädagogischen Personals. Zudem helfen sie unmittelbar und direkt in erster Linie Schüler(inne)n, Lehrenden und Eltern in schwierigen pädagogischen Situationen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Weiterentwicklung und Förderung des Jesuitischen bzw. Ignatianischen Profil des Kollegs.

 

Der Kollegsseelsorger  steht in erster Linie den Schüler(innen) in ihren Anliegen zur Verfügung und handelt in deren Sinne. Gleichzeitig ist er auch für Pädagog(inn)en und Eltern, ansprechbar. Gespräch, Beratung und Seelsorge finden selbstverständlich in einem geschützten Rahmen statt und werden von seiner Seite zunächst vertraulich behandelt.

 

Daneben verantwortet die Kollegsseelsorge zusammen mit der Fachschaften Religion die Organisation und Durchführung der verschiedenen Gottesdienste sowie Tage religiöser Orientierung (Besinnungstage) und Exerzitien. Sie begleitet das Engagement älterer Schüler für Jüngere (z.B. Ausbildung und Praxisbegleitung der Schüler-Mentoren, Ausbildung und Begleitung der Kursleiterinnen für Tage religiöser Orientierung etc.) und bietet eine Einführung ins Gebet beziehungsweise eine Hinführung zu den Sakramenten an. Der Kollegsseelsorger unterrichtet zudem das Fach katholische Religionslehre. Er koordiniert die Hilfekonferenz (Schulpsychologin, Lerntherapeutin, Vertreter aus Internat, Schule und Externat), deren Augenmerk darauf gerichtet ist, sich in besonderen Fällen im Sinne der Schülerinnen und Schüler zu engagieren.

 

Insofern er Teil der pädagogischen Leitungskonferenz des Kollgs und Mitglied des Lehrerkollegiums ist, in der Lehrer- und Schulkonferenz ein beratendes Stimmrecht hat und von Amts wegen der Kollegskonferenz beiwohnt, ist er in die Strukturen des Kollegs eingebunden und kooperiert mit den verschiedenen Bereichen des Aloisiuskollegs. Nach außen hin besteht eine Vernetzung mit den Schul- und Jugendseelsorgern des Jesuitenordens sowie des Erzbistums.

 

(Vgl. auch die Homepage des Canisius-Kollegs, Berlin: http://www.canisius.de/schule/schulseelsorge)